Meldepflicht nach Wegeunfall

Was ist ein Wegeunfall?

Bei einem Wegeunfall handelt es sich um einen Unfall, welcher sich auf dem Arbeitsweg zuträgt.

Wann haftet die Versicherung?

Durch den Arbeitgeber sind Hin- sowohl als auch der Rückweg versichert. Müssen Sie Ihre Kinder zu einer Betreuungseinrichtung fahren, gelangen Sie per Fahrgemeinschaft zum Arbeitsort oder müssen Sie aufgrund von Sperrungen eine Umleitung auf der Autobahn nutzen, gilt ein ereigneter Unfall ebenso als Arbeits- oder Wegeunfall.

→ Welche Aktivitäten auf meinem Weg zur Arbeit sind mitversichert?

  • Sobald Sie Ihre Haustür verlassen beginnt der Arbeitsweg – ein Unfall im Hausflur wird aufgrund dessen nicht als Wegeunfall angesehen.

  • Erledigen Sie noch private Dinge, wie Einkäufe oder Abholungen bei der Post handelt es sich nicht mehr um einen Arbeitsunfall. – Hier wurde der direkte Weg zur Arbeit verlassen.

  • Fahren Sie unter Drogen- oder Alkoholeinfluss und verursachen oder werden in einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit verwickelt, haben Sie keine Möglichkeit sich auf den Versicherungsschutz zu berufen, da Sie einen solchen Unfall fahrlässig in Kauf genommen haben.

Wer zahlt bei einem Unfall auf dem Arbeitsweg?

Wenn es darum geht herauszufinden, ob die Berufsgenossenschaft die durch den Arbeitsunfall entstandenen Schäden zahlt oder nicht wird eine Analyse der Umstände eingeleitet. Der  Versicherungsträger prüft, ob der Verunfallte ein Anrecht auf die Inanspruchnahme hat oder nicht.

Wildunfall auf dem Arbeitsweg – Wenn Sie einen Wildunfall haben, sollten Sie den Unfall unbedingt bei einem Wildhüter und / oder der Polizei melden. Waren Sie auf dem direkten Arbeitsweg, so kann der Autounfall unter Umständen als Wegeunfall akzeptiert werden.

Ansprechpartner bei einem Wegeunfall – Die Berufsgenossenschaft deckt in der Regel alle Kosten für die Rehabilitation nach einem Wegeunfall ab. Aufgrund dessen sollten Sie, falls Sie in einen Wegeunfall verwickelt wurden die Meldung bei der Berufsgenossenschaft nicht auslassen. Hierzu verpflichtet ist der Arbeitgeber, wenn der Unfall auf dem Weg zur Arbeit eine mindestens viertägige Arbeitsunfähigkeit oder auch im schlimmsten Fall der Tod nach sich zieht.

Über den Wegeunfall sollte die Berufsgenossenschaft mittels einer Unfallsanzeige informiert werden, welche vom Arbeitgeber innerhalb von spätestens drei Tagen nach Kenntnisnahme erfolgen muss. Ebenso muss der behandelnde Arzt die Stelle informieren.

Einige Versicherungsträger bieten kostenlose Vordrucke für solche Fälle an, um es den Arbeitgebern so einfach wie möglich zu machen.

Die folgenden Angaben werden gebraucht:

  • Name und Anschrift des Versicherten

  • Mitgliedsnummer des Unternehmens

  • Krankenkasse des Versicherten

  • Unfallzeitpunkt (Datum und Uhrzeit)

  • Unfallort

  • Art der Verletzung

  • verletztes Körperteil

  • Name und Adresse des Zeugen des Wegeunfalls

  • Name und Anschrift des Arztes, der den Verletzten als erstes behandelt hat (Durchgangsarzt)

  • Datum und Unterschrift des Unternehmers, Betriebs-/Personalrates

Habe ich Meldepflicht? 

Ja, ein Wegeunfall ist Meldepflichtig. Dies muss jedoch unter anderem der Arbeitgeber übernehmen. Bei einem Wegeunfall mit Personen- und Sachschaden können Sie als unverschuldeter benachteiligter den Unfallverursacher haftbar machen. An seine Haftpflicht- und Unfallversicherung können Sie nun einen Antrag auf Schadensersatz und Schmerzensgeld stellen.

Da es sich hierbei um eine Reihe komplizierter juristischer Regelungen handelt, ist vor diesen Schritten zu überlegen, ob Sie einen Rechtsanwalt benötigen. Dieser kennt sich mit der Materie aus und holt das Beste für Sie raus.

Kann man den Wegeunfall steuerlich absetzen?

Bei einer Steuererklärung haben Sie die Möglichkeit Unfallkosten, welche nicht von der Versicherung des Unfallverursachers abgedeckt werden, als Werbungskosten in der Anlage N zu nennen. (Sofern es sich um Ihren Privaten Wagen handelt – hier können Sie Steuern sparen)

Wenn Sie bei einem Wegeunfall den erlittenen Sachschaden steuerlich geltend machen, ist es dringend erforderlich, dass sie beim Wegeunfall während der Arbeitszeit einzusteckende Kosten für die Behebung der Schäden zunächst selbst übernommen haben.

Achten Sie darauf sich alle Rechnungen und Quittungen sowie den Polizeilichen Unfallbericht aushändigen zu lassen, um die getätigten Ausgaben nachweisen zu können.

über Stefan Brandt

 

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